⛵️ Die Hafenkontroverse am Darß: Rückbau und der Inselhafen Prerow
Die Zukunft des ehemaligen Nothafens Darßer Ort war jahrelang das zentrale Streitobjekt der Region.
1. Der Konflikt am Darßer Ort
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Befürworter des Rückbaus (Naturschutz): Die Nationalparkleitung und Naturschutzverbände forderten die Schließung und den Rückbau des Hafens. Ihr Ziel war es, das Gelände der Natur zu überlassen und den natürlichen An- und Ablagerungsprozessen von Sand und Sediment freien Lauf zu lassen.
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Befürworter des Erhalts (Wirtschaft): Hafenbefürworter kämpften für den Erhalt des Darßer Ortes als regionalen Ostseeküstenhafen, um Arbeitsplätze, den Tourismus und die regionale Infrastruktur zu fördern.
Dieser Konflikt wurde zugunsten des Naturschutzes entschieden: Im Herbst 2023 wurde der alte Nothafen Darßer Ort, noch vor Fertigstellung der Alternative, geschlossen und zurückgebaut.
2. Die Alternative: Der Inselhafen Prerow
Als Kompromiss und Alternative wurde der Inselhafen Prerow gebaut.
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Standort und Status: Der neue Hafen liegt in Verlängerung der Prerower Seebrücke, etwa 600 Meter vom Strand entfernt. Er wurde 2024 fertiggestellt.
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Kosten: Die ursprüngliche Kalkulation von 29 Millionen Euro stieg auf geschätzte 37 Millionen Euro an. Die Finanzierung erfolgte über Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Europäischen Union.
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Alternative Standortwahl: Der gewählte Standort in der Ostsee wurde kontrovers diskutiert. Ein Durchbruch zum Prerower Strom wurde als echte Alternative für Seefahrt, Freizeit und den Binnenhafen gesehen, doch die Politik scheute dieses Thema.
3. Bleibende Fragen
Unterm Strich steht fest: Ein Inselhafen an der Seebrücke ist besser als gar kein Hafen. Dennoch bleiben Fragen zur Auslegung und Nutzung des neuen Projekts offen:
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Nutzungseinschränkung: Warum darf der neue Hafen nur im Notfall angelaufen werden?
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Kapazität: Mit nur 33 Liegeplätzen und einer maximalen Schiffslänge von 30 Metern wurde die geringe Dimensionierung oft bemängelt.
Die Entwicklung des neuen Inselhafens spiegelt den schwierigen Spagat zwischen Naturschutz und regionalen Wirtschaftsinteressen an der Darßer Küste wider.
